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Heimbeatmungspflege / ambulante Intensivpflege

Eine Spezialisierung unseres Pflegeunternehmens ist die ambulante Intensivpflege. Seit 1994 werden von uns maschinell beatmete Menschen - zum Teil über 24 Stunden am Tag - von Pflegefachkräften in ihrem häuslichen Umfeld betreut.

Die Beatmungspflicht von Patienten, nach Abschluss eines Krankenhausaufenthaltes oder einer Rehabilitationsmaßnahme, kann verschiedene Ursachen haben.

Nicht selten sind neurologische Erkrankungen oder Störungen des Zentralnervensystems mit seinen peripheren Nerven ursächlich, einen Menschen zeitweise oder dauerhaft maschinell beatmen zu müssen. Andere Ursachen können Erkrankungen der Lunge, des Skelettsystems oder spezielle Muskelerkrankungen sein.

Maschinelle Beatmung wird erforderlich, wenn aus den genannten Gründen die physiologische Atmung des betroffenen Menschen nur unzureichend bzw. nicht gegeben ist. Bei der physiologischen Atmung wird durch Kontraktion des Zwerchfells der Brustkorb gehoben, wodurch in den Lungen ein Unterdruck entsteht, der wiederum die Atemluft in die Alveolen strömen lässt. Bei der maschinellen Beatmung wird entgegen der physiologischen Atmung nicht ein Unterdruck erzeugt, als das mit Überdruck das Atemgas in die Lungen gepresst wird.

Der modernen Medizingerätetechnik ist es zu verdanken, dass trotz des gegensätzlichen Belüftungsprinzips, die maschinelle Beatmung langfristig den Patienten eine dem Krankheitszustand entsprechende Lebensqualität verschafft, die nicht nur einen lebensverlängernden Charakter hat.

Prinzipiell ist eine Heimbeatmungspflege unter Nichtklinikbedingungen möglich. Vor Übernahme einer derart aufwendigen und verantwortungsvollen Pflege, müssen jedoch einige Rahmenbedingungen abgeklärt und erörtert werden.

In der Regel kommt der erste Kontakt zu Patienten die im häuslichen Bereich beatmet werden sollen, über die entlassenden Krankenhäuser oder Rehabilitationskliniken zustande. Je langfristiger eine Übernahme in den häuslichen Bereich geplant und organisiert werden kann, desto erfolgreicher sind die Aussichten auf eine gute Integration des Patienten in sein Wohnumfeld, die weitere Stabilisierung seines Gesundheitszustandes und die Akzeptanz der Situation aller an der Pflege beteiligten.

Zielsetzung der Übernahme einer Heimbeatmungspflege ist immer die Integration des Patienten in sein Wohn- und Familienumfeld, die weitestgehend mögliche Mobilisation und Rehabilitation des Patienten, sowie die Sicherstellung der ärztlichen Verordnung unter Berücksichtigung der krankheitsspezifischen, individuellen und familiären Besonderheiten.

Eine Heimbeatmungspflege setzt die permanente Präsenz einer Pflegeperson voraus. Es muss sich dabei nicht zwangsläufig um examiniertes Pflegepersonal handeln, als vielmehr versucht werden sollte, Angehörige (Eltern, Ehepartner, Kinder) nach erfolgter Einarbeitung in die Pflegegruppe zu integrieren, wodurch erreicht wird, dass die sehr eingeschränkte Privatsphäre der Familie nicht übergebührend beansprucht wird.

Vorstellungen der Angehörigen – auch aus Kostengründen – täglich über mehrere Stunden die Pflege sicherzustellen, sind oft kurzfristig und bei schlechter Vorbereitung zum Scheitern verurteilt.  Mit Zuversicht  aber auch unverblümter Aufklärung, können Angehörige nach Ihrem Wunsch für diese Aufgabe vorbereitet werden. Dabei sollte bei den vorbereitenden Gesprächen auch die physische und psychische Belastung der an der Pflege Beteiligten angesprochen werden. Auch pflegende Angehörige brauchen um langfristig die Versorgung sicherstellen zu können, zeitliche Freiräume, um Ihre Individualität und Ihre Persönlichkeit wahren zu können. Gerade die Euphorie der ersten Stunden lässt diesen Punkt in den Augen der pflegenden Angehörigen oft belanglos erscheinen.

Bei der Heimbeatmungspflege sind nach den derzeit gesetzlichen Regelungen die Pflege- und Krankenkasse des Patienten Kostenträger der Versorgung. In einigen Ausnahmefällen können auch Berufsgenossenschaften oder Versicherungen Kostenträger der ambulanten Versorgung sein.

Es wird zwischen Leistungen der Behandlungspflege und Leistungen nach dem SGB XI unterschieden. Jede Leistung wird dem entsprechenden Kostenträger zugeordnet.

Im Bereich der Pflegesachleistung müssen in der Regel zur Finanzierung Eigenmittel zum Einsatz gebracht werden. Bei anerkannter Bedürftigkeit, kann nach entsprechender Antragstellung der örtliche Sozialhilfeträger zur Finanzierung der Eigenmittel als Kostenträger herangezogen werden.

Die Finanzierung der Betreuung muss mit allen Kostenträgern vor Beginn der Heimbeatmungspflege geklärt sein.

In Abhängigkeit des quantitativen Pflegebedarfes wird eine Pflegegruppe aus 5-6 Mitarbeitern zusammengestellt. Die fachliche und persönliche Eignung voraussetzend, sollten die Mitarbeiter Kenntnisse im Umgang mit beatmeten Patienten haben bzw. sich einer Einarbeitungsphase auf diesem Gebiet unterziehen. Für die Betreuung können nur examinierte Pflegekräfte auf dem Gebiet der Kranken-, Kinderkranken- oder Altenpflege zum Einsatz gebracht werden. Ausnahmen können sich nur auf zu pflegende Angehörige beziehen und sollten im Vorfeld mit den Kostenträgern abgeklärt werden...

Gern stehen wir Ihnen bei weiterführenden Fragen zur Verfügung.