10 Jahre ASKIR Intensivpflege im Wasa-Haus
Die ASKIR Intensivpflege feiert 10 jähriges Jubiläum.
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Bei einem ersten Kontakt im Wasa-Haus begegne ich Menschen, die in einer Lebenssituation voll Leid festsitzen und die durch Verzweiflung und tiefe Trauer gezeichnet sind. Es ist dabei egal, ob es der Patient selbst oder seine Frau, die Schwester, der Bruder oder die Kinder sind.
Alle Beteiligten gehen unterschiedlich mit dem Leid und dem Schicksalsschlag um, haben unterschiedliche Fragen und Bedürfnisse. Im Wasa-Haus wird nicht nur der Patient betreut und intensivmedizinisch gepflegt, sondern es ist auch eine Begleitung eines ganzen Familiensystems.
Manchmal ist es eine kurze, häufig eine jahrelange intensive Pflege und Begleitung. Die Trauer, die Fragen, die Verzweiflung hören nicht nach zwei oder drei Gesprächen auf, sondern begleiten uns eine lange Zeit, in der es selten einfache Antworten gibt.
Um den Patienten und deren Familienmitgliedern zu begegnen und diese zu begleiten, reicht nicht ein Experte aus. Es braucht ein Team von Fachkräften. Experten aus dem Bereich der Pflege und eine Sozialpädagogin begleiten Betroffene vor Ort mit all den täglichen Fragen und Bedürfnissen. Fleißige Hauswirtschaftskräfte sorgen für ein sauberes, schön gestaltetes Haus und lassen Patienten erleben, dass nicht nur die Liebe durch den Magen geht, sondern auch die Gesundheit.
Ein Netzwerk aus Logopäden, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten bringen ihr Wissen und ihre Kenntnisse ein und fördern die Betroffenen. Wir sind sehr dankbar, dass wir ambulant tätige Ärzte aus allen Fachbereichen für die Betreuung unserer Patienten gewinnen konnten. Sie kommen bei häufig vollen Wartezimmern sogar in ihrer Mittagspause oder am Abend bei uns vorbei. Mitarbeiter aus der Apotheke und dem Sanitätshaus runden die Begleitung der Betroffenen im Wasa-Haus ab.
Sie sehen, es braucht viel Fachverstand und Wissen. Aber ohne ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Verständnis eines jeden einzelnen Experten kann dieses Wissen nicht transportiert und durch den Betroffenen nicht angenommen werden.
In der täglichen Arbeit begegnet man nicht nur einer Erkrankung, sondern einem Menschen mit all seinen Stärken und Schwächen. Sie brauchen das Gefühl, mit der Vielzahl ihrer individuellen Bedürfnisse gehört zu werden. Durch ihre Erkrankung sind sie an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Aufgabe einer Einrichtung ist es neben der aktivierenden Pflege und Begleitung, auch die Möglichkeit zu bieten, wieder mit kleinen Schritten Anschluss an das tägliche Leben draußen zu finden. Da hilft, dass unser Wasa-Haus mitten in Dresden-Strehlen liegt.
Als Helfer lernt man in der Arbeit viel über das Leben. So habe ich von Betroffenen gelernt, dass es große Menschen gibt, die ihr Leid in etwas verwandeln können, das hell, stark und schön ist, dass es sich lohnt, weiter zu wachsen und sich zu entwickeln, auch im größten Leid und in der schlimmsten Krankheit. Es ist immer ein Weg der Veränderung. Dieser Weg kann langwierig und schmerzhaft sein. Sicher und beruhigend ist dabei, dass der vor uns liegende Berg nur in Abschnitten, Schritt für Schritt überquert werden muss und dass es immer Ruhepunkte gibt. Hinter jeder Biegung können für alle Beteiligten des Wasa-Haus-Teams Überraschungen, Erkenntnisse, ein Trost oder eine Belohnung warten.
Diesen hohen Anspruch zehn Jahre zu halten für die Bewohner unseres Wasa-Hauses war und ist unser großes Ziel. Gut zu wissen, dass man Kollegen auf diesem Weg hat, die einen auch in schweren Momenten den Rücken stärken.
Zehn Jahre Wasa-Haus sind zehn Jahre Begleitung stark pflegebedürftiger Menschen. Zehn Jahre Wasa-Haus beinhalten eine Vielzahl an Mitarbeitern, die sich mit Herz und Verstand für Betroffene einsetzen. Zehn Jahre Wasa-Haus sind Menschen und deren Familien, die sich in ihrer Not öffnen und der Einrichtung ihr Vertrauen schenken.
Danke dafür!
Daniela Wagner
Mehr Bilder zur Jubiläumsfeier finden Sie in der Galerie.